Malaysia

Anruf Martin Grell, 9. August 2009, 22.06 Uhr

Wenn ich meinen Tierarzt anrufe, dann im Allgemeinen, weil ich um die Gesundheit meiner Pferde besorgt bin. – Wenn mein Tierarzt mich anruft, dann im Allgemeinen, weil er um die Gesundheit der equiden Population überhaupt besorgt ist.

Wenn ich meinen Tierarzt im Besonderen anrufe, dann, weil ich seine Meinung als FEI-Tierarzt, als Ex-Kadertierarzt der Deutschen und als In-Kadertierarzt der Griechen zur Befindlichkeit meiner Distanzpferde einholen möchte. – Wenn mein Tierarzt mich im Besonderen anruft, dann, weil er in den benannten Eigenschaften seine Meinung zur Befindlichkeit des Pferdesports – und des Distanzsports um Speziellen – äußern möchte.


Anruf Martin Grell, 21. August, 10.03 Uhr

Neulich – ich war völlig vertieft ins Studium der olympischen Doping-Fälle der letzten zwanzig Jahre – rief mich mein Tierarzt in heller Aufregung an.

„Ihr dürft in Spanien auf keinen Fall ins Steakhouse gehen!“

„Wie jetzt?“, entgegne ich irritiert. „Ich gondele doch nicht mit den Pferden der Endurance-Kids 2500 Kilometer über den Kontinent zur Europameisterschaft, um dann da nicht mal `n richtiges Steak essen zu dürfen!“

„Nein, nein, nein!“, beschwört Martin mich in aufrichtiger Panik. „Ich habe lange nachgedacht. Nur das kann der Grund sein: Christian Ahlmann war im Steakhouse, und ihm ist der ganze Chilli an den Pfoten kleben geblieben.“

„Dann hat er da wohl vermutlich mit Alves, Hansen und Lynch zusammengessen“, sinniere ich.

„Und auf keinen Fall Pfeffersteak oder Chilli bestellen!“ Mein Tierarzt hat Zwerchfellflattern.

„Martin“, versuche ich ihn zu beruhigen, „du musst den Mann doch aber auch verstehen. Er hat einfach nur konsequent versucht, Reisprodukte zu vermeiden. Garnelen, angebraten in Reiskeimöl, Salat mit Reiskeinöl-Dressing, solche Sachen. Das ist in Ostasien schon schwierig. Ähnlich schwierig, wie in Spanien um ein Steak mit ordentlich Chilli herumzukommen.“

„Lass dir was einfallen, egal, was!“, rät Martin in kaum zu bremsender Emphase.

„Ach, was soll’s“, sagte ich leichthin, „ernähren wir uns in Spanien halt nur von Schokolade.“

Ich konnte das Geräusch nicht wirklich deuten, aber es klang, als wäre meinem Tierarzt das Handy aus der Hand gefallen.


Nachtrag am 27. August 2008:

Das Handy ist heil geblieben und Martin Grell fand sich kurz darauf zu folgendem Gespräch bereit:

"Ein Supergau für den Springsport"

m die Ecke!“

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letzte Aktualisierung 2. Juli 2011 mail Martin Grell ruft an! ring vom 9. August 2009