Anruf Martin Grell, 30. März 2008, 20.17 Uhr

Neulich – er war auf dem Rückweg von der Tagung der Strategiekommission des VDD, ich hätte mir demnach also schon denken können, dass er anrufen würde – hat er mich trotzdem wieder mal kalt erwischt:

Martin Grell ruft an: "Ihr habt jetzt ein zukunftsweisendes Trainings- und Championatskonzept", verkündet er, und im nächsten Augenblick verrät der beliebte Plinggg-Ton meines Handys das Eintreffen seiner MMS:

Prototyp Kentucky 2010

Prototyp Kentucky 2010

Ich bin sprachlos.

Martin Grell legt munter los: „Überleg doch mal: die Transportkosten würden deutlich gesenkt – im Schnitt um sechsundsechzig Prozent ...“

„ ... das Stallgeld natürlich auch“, muss ich ihm beipflichten.

„ ... obwohl eine Doppelbox anzuraten wäre“, räumt er ein und fährt gleich schwungvoll fort: „Es könnten mehrere Sattel- bzw. Reitstilkonzepte umgesetzt und direkt miteinander verglichen werden, unterschiedliche Reitergewichte würden gemittelt UND die französische Ritttaktik «Zusammen starten, zusammen ankommen» könnte in Perfektion umgesetzt werden.“

„Das Konzept ist in der Tat sehr kommunikativ“, gestehe ich.

„Allerdings“, meint er daraufhin nachdenklich, „würden Meinungsverschiedenheiten der Reiter auf dem Rücken des Pferdes ausgetragen werden.“

„Andererseits minimiert sich die Belastung für den Teamtierarzt, den Hufschmied und den Physiotherapeuten in Hinsicht auf das Pferd“, erwärme ich mich langsam, „das heißt, sie könnten sich vermehrt ihrer eigentlichen Aufgabe als Psychoanalytiker der Reiter widmen. Nicht zu reden von den Trossern und Trossfahrzeugen, die zusammengezogen werden könnten.“

Aber wie zumeist hat Martin Grell auch schon weiter gedacht. „Leider“, bedauert er, „sind die Zuchtverbände von dem neuen Zuchtziel noch nicht überzeugt. Sie fürchten Absatzeinbußen ...“

„... bis zu sechsundsechzig Prozent?“, mutmaße ich und melde weitere Bedenken an: „Auch könnten sich die Maße herkömmlicher Pferdehänger als problematisch erweisen.“

„Ihr solltet sofort eine Anfrage an Böckmann starten“, schlägt Martin Grell vor, „denn das ist ja wohl klar: eigenmächtige Teilnahmen einzelner Reiter an strategisch minderwertigen Ritten im osteuropäischen Ausland lassen sich mit diesem Konzept hundertprozentig verhindern!“

⇐ zurück

letzte Aktualisierung 1. Juli 2010 mail Martin Grell ruft an! ring vom 9. August 2009