
Da Sebastian, Doro und ich (Franzi) der Meinung sind, dass der Elbe-Elster-Trail viel mehr Starter verdient hätte, versuchen wir uns mal an einem Rittbericht.
Wir kamen am Sonntag, den 31.05.09, am frühen Abend an und das Glück war schon von Anfang an ein guter Begleiter unseres kleinen Teams. Gerade als wir die Paddocks aufgebaut, das Zelt aufgestellt und die Pferde eingedeckt hatten, schauten wir uns bei einer Tasse heißen Tee und Sebastians selbstgemachter Wildsalami den Regenguss vom Zelt aus an. Dieser dauerte aber Gott sei Dank nur kurze Zeit an. Danach machten wir uns auf den Weg in die Meldestelle, wo wir erst einmal mit heißem Kaffee und Leckereien begrüßt wurden. Nach einem Plausch mit Rico stellten wir unsere Pferde nach einem kurzen Spaziergang der Tierärztin Martina Zink vor. Alles o.k, Startfreigabe. Nach der Rittbesprechung auf der idyllischen Burg Klöden machten wir uns nach einer heißen Suppe fertig für unsere Betten in Zelt und Anhänger.
Nach einer regenreichen Nacht gingen Sebastian Kottwitz mit der Kabardinerstute „Olga von der Wolga“ und ich, Franziska Finkel mit „Perhaps“ („Höps“) 15 min nach der Startfreigabe auf die 82km-Strecke. Wir wollten es ruhig angehen lassen. Es war unser erster Kartenritt. Aber Rico war so nett, die Reiter und Fahrer mit Hilfsmarkierung auf die ersten Kilometer der Strecke zu schicken. „Olga“ und „Höps“ liefen locker und entspannt zu den ersten Kontrollpunkten, wo Rico Wasser für die Pferde und Getränke und Essen für die Reiter bereitgestellt hatte. Ab hier mussten wir dann häufiger auf die Streckenkarte schauen. So kamen wir dann mit 1-2 kleinen Verreitern zum Vet-Check. Auch hier alles o.k. Rico erklärte uns noch schnell die nächsten Kilometer. Und weiter ging’s. Auf dem nächsten Streckenabschnitt musste Sebastian uns lotsen, da Höps der Meinung war, stehen ist unnötig und eigentlich geht das hier eh alles viel zu langsam. Gott sei Dank blieben Sebastian und Olga ruhig. Nach drei weiteren Kontrollpunkten kamen wir dann in die Pause nach Klöden zurück. Doro, unser Supertross wartete schon und so konnten wir durch ihr souveränes Trossen schnell unsere beiden Pferde vorstellen. Auch hier gab uns Martina Zink grünes Licht. Nach verlängerter Pause - da noch schnell mit Sonnenschutz eingecremt - ging es auf die nächste Runde, an der Elbe entlang. Hier brauchte man absolut keine Karte. Die Orientierung lieferte das Elbufer. Auch für die Trosser waren die Streckenpunkte dank farbiger Karte mit gutem Maßstab problemlos zu finden. Die Trosser hatten sogar Zeit, die wunderschöne Landschaft zu genießen und die Reiter auf der Strecke zu beobachten. Julian schaffte es, zwischendurch außerhalb der markierten Trosspunkte viele Fotos auf der Strecke zu machen.
So ritten wir locker mit einigen Galoppreprisen in die nächste Pause. Auch hier alles o.k und weiter gings nach 45 min Pause auf die letzten 20km. Auf Deichwiesen wieder zurück an der Elbe entlang nach Klöden. Vorbei an Rehen, Hasen, Kranichen, Rotmilanen und Störchen, welche nicht nur unseren „reitenden Förster“ Sebastian begeisterten. Doro wartete an jeder möglichen Stelle um unseren Pferden Wasser anzubieten, da es ganz schön schwül geworden war. Und so konnten wir noch etwas an Tempo zulegen. So ritten Sebastian und ich gutgelaunt Hand in Hand ins Ziel. Und wieder war das Glück auf unserer Seite. Nachdem wir unsere Pferde versorgt und alles wieder verstaut hatten, fing es an wie aus Eimern zu schütten. Naja, wir hatten noch heißen Tee und Wurst übrig …
Hier auch nochmal Hochachtung an den einzigen Reiter der 122 km. Leider hat ihn das Wetter voll erwischt! Am Abend gab es noch ein leckeres Menü mit Vorsuppe, Hauptspeise und sogar Dessert für nur schlappe 7,- € in dem stilvollen Ambiente der Burg Klöden. Anschließend ließen wir den Abend in gemütlicher Runde bei Prosecco, Apfelschorle und Naschereien in der Meldestelle auf dem Hof der River Valley Ranch ausklingen.
Am Montag, den 1.6. stellten wir unsere Pferde nach einem ausgiebigen Frühstück auf Burg Klöde, der Tierärztin Martina Zink zur Nachuntersuchung und Startfreigabe vor. Alles super … Alle Pferde waren in der Wertung und konnten nach der kleinen aber persönlichen Siegerehrung mit vielen Preisen und einer schönen Plakette das Wochenende erfolgreich beenden und zufrieden den Heimweg antreten.
Hoffentlich wird dieser Ritt im nächsten Jahr noch stattfinden. Alle Starter waren sich einig, es war ein super netter, gut organisierter Distanzritt in einer landschaftlich einmaligen Gegend. Auch wenn der Ritt als Kartenritt ausgeschrieben ist, muss man doch sage, dass ein Verreiten aufgrund der Streckenführung entlang der Elster und Elbe so gut wie ausgeschlossen ist. Vielleicht wagen sich im nächsten Jahr auch einige nicht so kartenkundige Reiter auf die Strecke. Generell ist zu sagen, dass es wünschenswert wäre, wenn sich die benachbarten Veranstalter in soweit abstimmen würden, dass Ritte terminlich nicht zu eng zusammen liegen, um sich gegenseitig die Starter streitig zu machen.
Außerdem sollten einmal getroffene Absprachen auch eingehalten werden und festgelegte Termine nicht mehr geändert werden. Gerade ein Bundesland wie Sachsen-Anhalt, welches (im Moment noch) wenig Veranstaltungen anbietet, hat Unterstützung nötig, zumal die Landschaft sich für wunderschöne Ritte geradezu anbietet.
Sebastian Kottwitz, Dorothea Böhnke und Franziska Finkel
| letzte Aktualisierung 1. Juli 2010 | Martin Grell ruft an! | vom 9. August 2009 |