
Stolze 84 Teilnehmer gingen beim Angermünder Distanzritt 2008 an den Start. Den Status des Brandenburger Saisonauftaktes konnte der Ritt nicht ganz verteidigen, da bereits am Osterwochende der Ritt auf dem Gestütsweg von Neustadt (Dosse) nach Redefin stattgefunden hatte – allerdings unter Mecklenburger Regie.
Da war dann die berittene Siegerehrung in der Tat eine Augenweide, vor allem der vielen Gespanne und Kutschen wegen, die die Veranstaltung alljährlich wahrnehmen, um sich in Lack und Schick zu präsentieren. So gab es in der Einführungsfahrt über 26 Kilometer eine separate Ein- und Zweispännerwertung. Bei den Zweispännern siegte mit besten Pulswerten und ohne Zeitfehler Wilma Kiworra-Wegner vom Angermünder Gastgeberverein mit den Ponys Scarlett und Sandor (336 Punkte) vor Gerhard Schneider mit den beiden Edlen Warmblütern Baron und Barek (376 Punkte) und Eckhard Schlestein, ebenfalls vom Gastgeberverein, mit den Sachsen Laura und Lena (420 Punkte) sowie dem Knabstrupper-Doppel Benny und Jule, gefahrten von Rudi Linke. Diese Teilnehmer sind mir eine besondere Erwähnung wert, denn es ging ihnen nicht allein darum, eben mal 26 Kilometer zu fahren: Hier wurden vier blendend herausgebrachte Pass-Gespanne präsentiert, die dem Distanzsport eine ganz besondere Note und Würdigung verliehen.
Auch bei den Einspännern blieben die drei Erstplatzierten unter dem vorgegebenen Tempo 5 (was 12 km/h entspricht) und somit ohne Zeitfehler. Mit gleicher Punktzahl (176) siegten Korinna Gadenne (Angermünde) mit dem Warmblüter Ramses und Cornelia Rüthnik mit Ponywallach Falko. Mit 180 Punkten belegten Michaela Rüthnik und Pony Leika den dritten Platz.
Bei den Reitern wurden über 26 Kilomter Groß- und Kleinpferde getrennt gewertet. – Und in beiden Fällen hieß es „Klein aber oho!“. Denn der Sieger bei den „Großen“, Vollblutaraber Ghamiro (152 Punkte) unter Iris Ates, hatte mit 148 cm gerade einmal Endmaß-Größe, während es bei den „Kleinen“ wirklich der Allerkleinste aufs Siegertreppchen schaffte: Welsh-Hengst Falko (168 Punkte), 128 cm Stockmaß, mit Petra Behrendt im Sattel.
Platz 2 in der Großpferdewertung ging an ein Nachwuchspferd der Brandenburger Championesse Oda Petri: die 7jährige Vollblut-Araberstute Al Annah (172 Punkte), Platz 3 an den bewährten Jilfan Akbar (178 Punkte) unter Samantha Fröhlich.
Bei den Kleinpferden belegte Beate Dettmer mit ihrem Lewitzer Rocky (174 Punkte) Platz 2 vor einer ganzen Schar Drittplatzierter mit 184 Punkten: Warmblutwallach Beauty unter Priscilla Janos, Arabo-Haflinger Antonia unter Annika Fritsche, Reitponywallach King unter Sara Hetzel und Reitpony-Stute Nora unter Regina Mielke. Das Motto des Distanz-Breitensports „Alle Reiter, alle Rassen“ hätte kaum ansprechender repräsentiert werden können.
Zwar nannte der Sprecher die 44 Kilometer nur im Scherz die „Königsdisziplin von Angermünde“, was aber nicht darüber hinweg täuschen sollte, dass in dieser Prüfung recht flott geritten wurde. Immerhin blieben die 9 Erstplatzierten unter Tempo 4 (15 km/h). Mit einer schnellen Reitzeit von 3,45 siegte Christin Sowa mit ihrem Partbred-Araber Arim vor Ursula Fricker mit der Vollblut-Araberstute Ainesse (Tempo 3,52) und Beate Stolze-Pöhler mit ihrer Halbblut-Stute Pina (Tempo 3,68). Platziert wurden zudem die beiden Kabadiner Parit (4. Platz unter Roland Kälberlach) und Rasputin (6. Platz unter Anett Werner), Platz 5 belegte Annette Seidel mit der Trakehner Stute Neue Stunde.
Wie immer war mit Erbsensuppe, Kaffee und Kuchen aufs Beste fürs leibliche Wohl der Reiter gesorgt, und auch der angekündigte Regen schauerte erst nach Ende der Veranstaltung vorüber. So konnten bei geringer Ausfallquote (zwei Reiter zogen ihre Pferde auf der Strecke zurück, ein Reiter wurde wegen Nichtanreitens eines Kontrollpunktes aus der Wertung genommen, lediglich ein Pferd passierte die Nachuntersuchung nicht) Veranstalter und Teilnehmer auch in diesem Jahr wieder zufrieden sein.
Fürs nächste Jahr wünscht man sich statt einer berittenen Siegerehrung, bei der dann lediglich die erstplatzierten Reiter und nicht einmal deren Pferde genannt werden, vielleicht einmal Tierarztkontrollen, die dem VDD-Reglement entsprechen.
Miriam Lewin
| letzte Aktualisierung 1. Juli 2010 | Martin Grell ruft an! | vom 9. August 2009 |