
Beim Britzer Distanzritt am 20. und 21. Juni – es war die 9. Auflage in diesem Jahr – macht es einfach schon die Atmosphäre. Dadurch, dass nicht allein am Samstag, sondern auch am Sonntag noch Prüfungen stattfanden und neben den üblichen Streckenlängen auch drei Mehrtagesritte ausgeschrieben waren, blieben viele Teilnehmer über Nacht und genossen den gemeinsamen Grillabend. Aber natürlich wurde auch sportlich einiges geboten. Mehrtagesprüfungen verlangen den Pferden (und Reitern) eine ganz andere Grundkondition ab, und wer nach 60 oder gar 90 Kilometern am nächsten Tag noch einmal für 35 Kilometer sattelt, gehört schon zu den ambitionierteren Langstreckenreitern.
Über 90 + 35 Kilomter hatte am Ende dann auch nur ein Paar beide Strecken durchgestanden und konnte sich über den Sieg in der Hauptprüfung freuen. Es waren Franziska Finkel und ihr fünfzehnjähriger Warmblutwallach Perhaps, der zur Belohnung für eine muntere Präsentation in der Nachuntersuchung am zweiten Tag auch noch den Konditionspreis erhielt.
Über 60 + 35 Kilometer hatte sich Natalie Schlittermann mit ihrer neunjährigen Ponystute Ratina ganz allein auf den Weg gemacht, beide Strecken erfolgreich bewältigt und wurde mithin auch Siegerin in dieser Prüfung.
Nur einmal sattelte die einzige Langstreckenreiterin für ihren Sieg: Mara Schima mit dem neunjährigen Araber Aman, der in Britz seinen ersten 90-Kilometer-Ritt unter die Hufe nahm und auch kleich noch den Best Condition Award kassierte.
Und auch über 43 + 35 Kilomtere blieb am Ende nur eine Teilnehmerin siegreich im Rennen: Martina Baumann mit dem Deutschen reitpony-Mix Tequila.
Marko Dziejak, der Mitte August selbst noch einen Distanzritt im Stechliner Forst veranstalten wird, konnte sich über den Sieg in der 60-Kilometer-Prüfung mit seiner Araberstute Schakira freuen.
Den meisten Zulauf hatten wie üblich der kurze Ritt über 43 Kilometer und der Einführungsritt über 35 Kilometer, Streckenlängen, die jeder mit einem vernünftig konditionierten Pferd auch ohne große Distanzerfahrung, lediglich mit Lust und Laune, einmal gehen kann. Recht flott war in Tempo 3,58 der Sieger über 43 Kilometer, Stefan Skutnik mit dem Araber-Mix Arim, unterwegs. Schön aber auch, dass man die mittlerweile 20jährige Araberstute Sarah unter Maria Grull wacker auf Platz fünf laufen sah.
Im Einführungsritt, den Ghamino unter Iris Ates klar nach Punkten für gute Pulswerte gewann, sah man noch ältere Kaliber: so den 25jährigen Grazian, einst DM-Teilnehmer, unter seiner Besitzerin Vivien Pätzel oder den ebenso alten Hannoveraner Locco, geritten von Thomas Haase, der gar seinen ersten Distanzritt überhaupt bestritt.
Und schließlich gab es auch noch ein Förderprogramm für den Nachwuchs, einen Kinderdistanzritt über zwölf Kilomter, den die beiden Starter Benjamin Matzdorf mit Kiasso und Liesa Wehner mit Carina erfolgreich bestritten.
Alle Teilnehmer äußerten sich begeistert über den liebevoll organisierten Ritt, dessen Strecken von der Veranstalterin Oda Petri per Fahrrad ausgezeichnet markiert worden waren. In landschaftlich wunderschöner Gegend ist das Britzer Geläuf – immer wieder wechselnd und teils steinig oder geschottert – für Brandenburger Verhältnisse schon recht anspruchsvoll. Die Reiter wussten das – es wird auch in der Ausschreibung darauf hingewiesen – und sorgten für entsprechenden Hufschutz, sodass die Zahl der lahmheitsbedingten Ausfälle mit drei Pferden ausgesprochen gering blieb.
Miriam Lewin
| letzte Aktualisierung 1. Juli 2010 | Martin Grell ruft an! | vom 9. August 2009 |