
Wieder einmal hatte Wolfgang Barth zu den 111 Kilometern nach Kagel geladen. 52 Starter fanden sich an einem windigen Herbsttag ein. Sechs Reiter gingen auf die lange Strecke, drei von ihnen beendeten bei den Ritt bei 70 Kilometern in der Wertung, die anderen drei nahmen die ganze Strecke unter die Hufe. Dabei ritten die beiden sächsischen Gäste Claudia Bullmann mit Traberwallach Mirok und Conny Schwedler mit Halbblüter Fairbanks in Tempo 4,15 ganz locker zu einem Start-Ziel-Sieg. Mirok scheint mittlerweile auf vordere Platzierungen bei den langen Ritten im ostdeutschen Raum abboniert zu sein. Der hübsche Rappe ist einfach immer mit dabei und läuft konstant in die Wertung. Auch Fairbanks hatte bereits beim Elbe-Elster-Trail über 80 Kilometer eine gute Figur gemacht und den Best Condition kassiert. Auf Platz drei ritt Franziska Finkel mit Perhaps.
Auch die mittlere Strecke war fest in sächsischer Hand. Nach 70 Kilometern lieferten sich Veit Koppe mit Fellini und Rico Müller mit Mr. Seven ein Finish im gestreckten Galopp. Das gab zwar spektakuläre Bilder, doch leider blieb Fellini, der die Nase vorn gehabt hatte, nicht in der Wertung. Mithin fiel der Sieg an Rico Müller, dessen jetzt 7jähriger Fuchsschecke nun schon seine zweite Saison auf mittleren Strecken ausgesprochen erfolgreich läuft und im kommenden Jahr sicher auf langen Distanzen zu finden sein wird. Auf Platz zwei kam Carolin Würgau mit Via Vaticana (ox), die ebenfalls aus Sachsen angereist waren. Ausgesprochenes Pech hatte Mara Schima, die ihren Vollblutaraber Aman ebenfalls für die 70 Kilometer genannt hatte, sich aber kurz vor dem Ritt die Hand schwer verletzte. Sie machte das Beste daraus und stellte den Fuchs Stella Herlt (8. bei der DJM 2008) zur Verfügung, die eigentlich nur zum Helfen nach Kagel gekommen war. Beide belegten Platz 6.
Auf der kurzen Strecke über 42 Kilometer holte sich Manuela Krohn mit dem Traber-Mix Heartbreaker den Sieg vor Marion Nerlich mit dem Warmblüter Lesley und Antonia Scholz mit Haflinger Tabaluga. Es gab einige Ausfälle aufgrund von Lahmheiten, die zum Teil auch auf Muskelprobleme wegen des kalten Windes zurückzuführen waren. Schade, dass Julia Bauereiß, die wie so oft engagierte Nachwuchsarbeit leistete und mit drei Jugendlichen angereist war, mit ihrer Gruppe aus der Wertung genommen wurde, weil sie die Höchstzeit überschritten hatten.
Der Veranstalter hatte sich wieder alle Mühe gegeben, den Ritt in geselligem Ambiente zu gestalten und beim Reiterball auch die Dorfbewohner einzubeziehen. Und wieder einmal wird jeder seine eigenen Episoden am Rande des Rittes zu berichten haben wie die von der verschwundenen Farbmarkierung am Telegrafenmast, wo diverse Reiter ins Nirgendwo schossen. – Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass über Nacht ein Wahlplakat darüber gehängt worden war. Von welcher Partei, wird nicht verraten.
Miriam Lewin
| letzte Aktualisierung 1. Juli 2010 | Martin Grell ruft an! | vom 9. August 2009 |